Der deutsche Wald kann mehr als rauschen

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Vögel

Vogelarten

Kapitel in: Vögel

...und die ganze Vogelschar

Schwarzer MilanDer Schwarze Milan, kenntlich an dem nur schwach gegabelten Schwanz, bewohnt Waldränder in der Nähe von Gewässern, vor allem Auwälder. Oft baut er seinen Horst innerhalb von Graureiherkolonien. Er folgt häufig dem Lauf von Flüssen, um auf dem Wasser treibende tote Kleintiere aufzusammeln.

Ungefähr 240 Vogelarten brüten in Deutschland, die meisten von ihnen, nämlich etwa vier Fünftel, kommen in Wäldern vor. Ohne den Wald als Lebensraum wären sie kaum existenzfähig. Sie alle auf diesen Seiten aufzuzählen und zu beschreiben, ist uns beim besten Willen nicht möglich, immerhin seien einige für Wälder besonders typische Arten hier vorgestellt, in ihrer Charakteristik und ihrer spezifischen Lebenswelt.

Jeder Wald hat seine Vogelarten. In den düster wirkenden Tannen- und Fichtenwäldern - besonders in den Alpen und höheren Mittelgebirgen findet man Habicht, Auerhuhn, Haselhuhn, Sperlingskauz, Schwarzspecht und Rauhfußkauz. Weitere charakteristische Bewohner sind Tannenhäher, Tannen- und Haubenmeise, Sommer- und Wintergoldhähnchen, Waldbaumläufer, Rotkehlchen, Zeisig, Gimpel und Fichtenkreuzschnabel. Übrigens: Die vom Schwarzspecht gezimmerten Bruthöhlen werden vom Rauhfußkauz, der Hohltaube und anderen Höhlenbrütern genutzt.

Die so häufigen Fichten-Stangenhölzer sind ausgesprochen arm an Vogelarten. Tannenmeisen, Rotkehlchen und Goldhähnchen, gewiß - und irgendwo vielleicht ein brütender Sperber; wesentlich mehr ist im allgemeinen nicht zu erwarten. Denn der anderswo so fruchtbare Waldboden ist in solchen Monokulturen vielfach ohne Bewuchs; in der dicken Schicht trockener Nadeln, die ihn bedeckt, kann sich eine gesunde Bodenvegetation kaum entwickeln.

Immerhin, in Fichtenkulturen sowie auf Lichtungen mit Jungwuchs trifft man regeImäßig Hekkenbraunelle und Rotkehlchen an. Auch Singdrosseln und Amseln brüten gern im Schutz der jungen Nadelbäume.

Relativartenarm sind auch die Kiefernwälder, vor allem, wenn sie auf sandigem Untergrund stehen. Heidelbeere, Adlerfarn und Heidekraut bilden meist den bodendeckenden Unterwuchs. In lichten Beständen und auf Kahlschlägen kommt da und dort der Ziegenmelker vor, dessen Schnurren man in warmen Frühsommernächten hören kann. Wer Glück hat, sieht vielleicht zur Dämmerstunde eine Waldohreule.

Und sonst? In alpinen Wäldern sowie in den Gipfelregionen einzelner Mittelgebirge leben Ringdrossel und Dreizehenspecht; und an klaren Bächen im Bergwald sind Wasseramsel und Gebirgsstelze anzutreffen. Klar, dass in Laub- und Mischwäldern die Zahl der Vogelarten weit größer ist. Neben dem Buchfinken, den man in allen Waldtypen antrifft, finden wir vor allem den Mäusebussard, die Ringeltaube, die Waldschnepfe, den Kuckuck, den Waldkauz, den Bunt- und Schwarzspecht, den Star, den Eichelhäher, die Kohl- und die Blaumeise, den Kleiber, den Trauerschnäpper, die Mistel- und die Singdrossel, das Rotkehlchen, die Mönchsgrasmücke, den Zilpzalp, den Waldlaubsänger, den Kernbeißer und den Gimpel. Stille Waldungen mit fischreichen Gewässern sind letzte Refugien des seltensten unserer Waldvögel, des Schwarzstorchs, der nur noch an wenigen Stellen in Deutschland brütet.

Das Haselhuhn, unsere seltenste Waldhuhnart, hält sich am liebsten in Niederwäldern auf, im buschartigen Bewuchs, zwischen Erle und Haselnuß findet es einen Lebensraum.

In Auwäldern, an Gewässern mit dichtem unterwuchs, wo Weiden, Erlen und Pappeln wachsen, nisten bisweilen Graureiher und Schwarze Milane. Außerdem leben hier Turteltaube und Kuckuck, Schwanzmeise und Waldohreule (die meist Nester von Elstern und Krähen zum Brüten benutzt), Fitis und Zilpzalp, Mönchs- und Gartengrasmücke, Nachtigall, Elster und Rabenkrähe. Und in seltenen Fällen ist es sogar möglich, dass man hier dem Pirol begegnet. Eichen-Hainbuchenwälder zählen zu den bevorzugten Aufenthaltsorten des Mittelspechts.

Diese Aufzählung ist, wie gesagt, nicht vollständig- sie sollte nur einen groben Überblick geben. 32 für Wälder besonders typische Arten wollen wir näher beschreiben: wie sie aussehen, wie sie rufen, wo sie leben. Sie sind Beispiele für die reiche Vogelwelt unserer Wälder. Unsere Beschreibungen sollen es leichter machen, die Vögel im Wald zu beobachten und zu erkennen.

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