Der deutsche Wald kann mehr als rauschen

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Ergonomie

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Der wohlberechnete Arbeitskomfort

In der Diskussion über bessere Arbeitsbedingungen gibt es ein Wort: »Ergonomie«. Das ist die Lehre von der Anpassung des Arbeitsgerätes und der Arbeitsbedingungen an den Menschen. Sie ist so wichtig, weil die Beschaffenheit des Arbeitsplatzes auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden großen Einfluss ausübt. Klassische Zeugen des ergonomischen Fortschritts sind die Forstarbeiter die mit Motorsägen umgehen.

Sehr lange, viel zu lange galt als das Wichtigste bei jeder Arbeit das Ergebnis: die Leistung. Man baute Maschinen, die nur darauf angelegt waren, bestimmte Arbeitsgänge möglichst schnell, gründlich und preiswert zu erledigen. Der Mensch, der diese Maschinen zu bedienen hatte, war in diesem Zusammenhang weit weniger wichtig.

Diese Betrachtungsweise hat sich geändert. Und hier kommt die Ergonomie ins Spiel. Diese Wissenschaft untersucht die Beziehungen zwischen dem Menschen und seiner Arbeitsumwelt, besonders zwischen ihm und den Maschinen. Ergonomie soll dazu führen, Arbeitsbedingungen menschengerechter zu machen.

Bei der Arbeit im Wald ist die Beachtung dieses Gebotes besonders angezeigt. Der soziale Stand der Forstarbeiter war jahrhundertelang ohne jede Reputation; die Arbeitsbedingungen waren erbärmlich, die Bezahlung so schlecht wie in kaum einem anderen Beruf. Das änderte sich erst mit dem Einsatz moderner Maschinen: die Motorsägen erleichterten die Arbeit beträchtlich. Heute sind viele Forstarbeiter ausgebildete Spezialisten, die mit eigenen Maschinen zum Ort des Einsatzes fahren: Fachleute im Status von Kleinunternehmern, die oft auch noch Gehilfen dirigieren.

Diese wirtschaftliche und soziale Entwicklung vollzog sich relativ spät. Ergonomische Untersuchungen, wie man sie am Fließband in der Fabrik längst kennt, sind im Forstwesen erst seit einigen Jahren üblich. Das hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass der selbständige oder im Akkord beschäftigte Forstfacharbeiter vor allem auf die Leistung seiner Motorsäge achtete; schließlich hing von deren Leistung sein Einkommen ab. Er hatte nichts einzuwenden, wenn man ihm »handliche«, »arbeitsgerechte«, ja sogar »komfortable« Maschinen anbot - die achtstündige Arbeit mit der Motorsäge ist anstrengend genug. Aber der Arbeitskomfort war bei weitem nicht das wichtigste, wenn eine neue Motorsäge gekauft wurde. Die Leistung galt mehr.

Manche Hersteller von Motorsägen legten beizeiten Wert auf größeren Arbeitskomfort - zum Beispiel durch gut funktionierende Ansaug- und Auspuffgeräuschdämpfer. Der Schallpegel von Benzinmotoren konnte im Lauf der letzten Jahre von etwa 110 Dezibel auf 100 bis 103 Dezibel gesenkt werden - wobei man wissen muss, dass eine Reduzierung um sechs Dezibel bereits bewirkt, dass wir den erzeugten Lärm als nur mehr halb so stark empfinden. Die früheren Motorsägen waren also doppelt bis fast viermal so laut wie die Geräte, mit denen man heute arbeitet.

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