Der deutsche Wald kann mehr als rauschen

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Holzkauf

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Gut Holz!

»Im Grunewald, im Grunewald ist Holzauktion« - wer kennt es nicht, dieses volkstümliche Berliner Lied? Nun, heute sind Holzversteigerungen durchaus wieder üblich. Und werden von immer mehr privaten Interessenten besucht, die billiges Holz für ihre Winterheizung, den neu entdeckten Kachelofen, den offenen Kamin oder den Gartengrill suchen. Aber Sie können Ihr Holz auch direkt beim Förster kaufen.

Wenn mit Beginn der kalten Jahreszeit die Felder abgeerntet sind, hört man in unseren Wäldern die Motorsägen und Äxte. Es ist die Zeit gekommen, das Nutzholz zu schlagen; bei dieser Gelegenheit fällt - zwangsläufig - auch eine ganze Menge Brennholz an.

Während die Forstdienststellen und die Waldbesitzer früher Mühe hatten, Brennholz an den Mann zu bringen, hat sich diese Situation seit einiger Zeit geändert. Ursache dafür ist die enorme Verteuerung von Erdgas, Heizöl und Kohle.

Bei unseren Urgroßeltern war es - zumindest außerhalb der großen Städte - ganz alltäglich: Jeder kannte die schwere Arbeit der Holzknechte, die im Wald Brennholz einschlugen und aufschichteten; kannte die Pferdegespanne, die das Holz ins Dorf oder in die Stadt brachten. Der Säger mit seiner fahrbaren Kreissäge, der auf der Straße die Scheite kurz schnitt, war ein gewohntes Bild. Dann musste das gespaltene Holz auf dem Speicher oder im Keller sorgfältig gestapelt werden. Gelegentlich künden auch heute noch Brennholzstapel und in kunstvollen Pyramiden aufgesetztes Scheitholz, dass im Hause mit Holz gefeuert wird. Und die Zahl dieser Stapel scheint wieder zuzunehmen.

Ehedem wurde auch in den Städten nur mit Holz geheizt. Jahrhundertelang wurden die Wälder ausgebeutet als reine Brennholzlieferanten - sogar kostbares Stammholz pflegte man zu Brennscheiten zu zerkleinern. Auf Bächen und künstlichen Wasserrinnen, auf Flößen kam das Holz in die mittelalterlichen Städte, die längst nicht mehr so nahe am Wald lagen wie einst. Um 1800 war die Brennholznot so groß, dass in den folgenden Jahrzehnten nur eine neue, rigorose Forstgesetzgebung helfen konnte: Die Wälder mussten neu aufgebaut werden. Glücklicherweise konnte man nun aber auch bereits Steinkohle und Braunkohlebriketts nutzen.

Doch auf dem Land holte man für den häuslichen Kachelofen nach wie vor Reisig, wie es bei den normalen Stammholzhieben anfiel, und Dürrholz aus Durchforstungsbeständen. Nun ist es ja gewiss bequemer, die Heizung einzustellen als im Wald Holz zu holen; aber diese Bequemlichkeit ist nicht billig. Deshalb gehen heutzutage wieder viele Leute zum Förster und fragen nach Holz.

Bei den großen, planmäßigen Einschlägen im Wald wird vor allem hiebreifes Stammholz gefällt, an die Wege gebracht und dort in sogenannten Losen gelagert. Interessierte Holzhändler oder Sägewerker begutachten die schweren Hölzer und erwerben diese beim Waldbesitzer oder beim Forstamt.

Sie als Kaminholz-Interessent werden an solchen Verkäufen kaum interessiert sein; Sie wenden sich besser an den örtlichen Revierbeamten! Der wird Ihnen im Namen des Waldbesitzers einen schwächeren Stamm oder Einzelstücke verkaufen und Ihnen auch Hinweise geben, welcher Säger bereit ist, den Stamm einzuschneiden, und welcher Fuhrunternehmer Ihnen das Holz ans Haus bringt.

Oder Sie suchen eine der vielen kleineren Holzversteigerungen, die landauf, landab veranstaltet werden. Meist weisen Plakate oder die Nachrichtenblätter der Gemeindeverwaltungen auf Ort und Zeit dieser Ereignisse hin.

Selbst wenn Sie kein Holz ersteigern wollen, sollten Sie sich den Spaß gönnen, den solche Holzverkäufe bieten. Das Angebot bezieht sich entweder auf Schichtholz (das sind die am Waldweg aufgestapelten, meist einen Meter langen Hölzer) oder auf sogenannte Flächenlose; darunter versteht man die Äste, Zweige, Wipfel und andere Reste, die in einem begrenzten Areal liegenblieben, nachdem das Stark- oder Nutzholz entnommen wurde.

Mit der Bekanntgabe der Versteigerung wird meist auch angegeben, wieviel Schichtholz und welche Flächenlose geboten werden. Beim Schichtholz hängt der Wert in erster Linie von der Holzart ab, ob es Eiche, Buche, Birke oder Nadelholz ist. Beim Flächenlos entscheidet die geschätzte Menge des Holzes, das liegengeblieben ist. Es ist also gut, wenn Sie zunächst einmal Umfang und Beschaffenheit des Flächenloses kennen, bevor Sie mitsteigern.

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