Der deutsche Wald kann mehr als rauschen

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Hilfsmaßnahmen

Kapitel in: Hilfsmaßnahmen

Hilfe für den Wald

Kann denn unserem Wald dort, wo er krank ist, geholfen werden? Die Fachleute urteilen teils skeptisch, teils optimistisch. An zwei Seiten muss angesetzt werden. Es gilt vor allem, die Ursachen der Schäden - soweit sie heute überhaupt schon bekannt sind - zu bekämpfen. Und gleichzeitig muss aber auch alles getan werden, um dem kranken Wald zu helfen und um neuen Wald anzulegen.Hilfsmaßnahmen

Schadstoffe
Auch Niederschläge enthalten Schadstoffe. Um Art und Menge zu erforschen, fangen Wissenschaftler der Universität Göttingen mit Hilfe von Kunststoffmanschetten das Regenwasser auf, das an den Stämmen herabläuft und sonst im Wurzelbereich versickern würde.

Zunächst geht es darum, die Luft von Schadstoffen zu befreien. Im Juli 1985 hat die deutsche Bundesregierung beschlossen, die Emissionsgrenzwerte für Industrieanlagen in durch eine neue Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft drastisch zu verringern. Damit wurde erstmals eine umfassende Sanierung der problematischen Altanlagen vorgeschrieben. Kraft- und Fernheizwerke sind besonders an der Emission von Schwefeldioxid, aber auch von Stickoxiden beteiligt.

Eine ganze Reihe weiterer Maßnahmen bietet sich an. So könnte man grundsätzlich nur noch die Verbrennung von schwefelarmer Kohle zulassen und den verstärkten Einsatz von Erd- und Flüssiggas vorsehen. Diskutiert wird auch ein Trockenadditivverfahren, bei dem man der Kohle Kalk beimischt. Die Katalysatortechnik ist ebenfalls anwendbar - freilich braucht man dafür teure Edelmetalle. Auch das Kalkwaschverfahren wäre möglich, um die Rauchgase zu reinigen. Allerdings entsteht dann als Rückstand Gips in so grAoßer Menge, dass man sich Sorgen um eine geeignete Deponierung machen müsste.

Üblich ist heute, Aktivkohle als Filter einzusetzen, um die Schadstoffemission zu begrenzen. Aktivkohle hat die Eigenschaft, Schwefeldioxid sowie Stickoxide zu binden. Ähnlich wie beim Auto wäre es bei Kraft- und Fernheizwerken ideal, schon die Entstehung von Schadstoffen beim Verbrennungsvorgang - etwa durch Einführung des neuartigen Wirbelschichtverfahrens - zu verhindern. Dabei werden die Abgase mehrmals durch die Brennkammer geleitet. Aber diese Technik ist noch nicht ausreichend erprobt.

Auch an den Kraftfahrzeugen hat sich vieles getan. Abgasgrenzwerte für Autos wurden bisher meist von der Wirtschaftskommission der UNO für Europa ausgearbeitet und den Ländern vorgeschlagen. Auf diesem Wege führte man in Europa erstmals 1971 Begrenzungen ein. Zunächst wurden die zwei Abgaskomponenten Kohlenmonoxid und Kohlenwasserstoffe für die kritischsten gehalten und kontrolliert. Inzwischen hat man erkannt, dass die Stickoxide nicht minder kritisch sind, so wurden Begrenzungen seit 1976 Vorschrift.

Aufgrund der ständig wachsenden Kraftfahrzeug-Zulassungszahlen gab es immer wieder Forderungen nach noch strengeren Abgasgrenzwerten, die aber politisch nur teilweise durchgesetzt werden konnten. So trennten sich Schweden und die Schweiz von der Abgasempfehlung und erließen eigene strengere Werte.

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