Der deutsche Wald kann mehr als rauschen

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Wald als Wirtschaftsfaktor

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Im Walde geblättert

Fast zur Hälfte gehört der Wald in unserem Land Privatbesitzern: 481000 Waldeigentümer gibt es in der Bundesrepublik. Dies erklärt die Vielfalt unserer Wälder, aber auch die Schwierigkeit, stets rationell zu wirtschaften. In die andere Hälfte der Waldgrundstücke teilen sich die Länder und die Gemeinden nebst Körperschaften. Und viele hunderttausend Menschen leben bei uns vom Holz.Wald als Wirtschaftsfaktor

Fichte
Eine Freude für jeden, der mit offenen Augen durch den Wald spaziert: ein makellos gewachsener, gesunder Fichtenzweig.

Theodor Heuss, der erste Präsident der Bundesrepublik Deutschland, besaß ein schönes Wappen: »In silva salus« - im Wald liegt das Heil. Das Wappen stammte aus der Familie seiner Mutter, Elisabeth Gümbel, die eine Försterstochter war.

Vieles liegt im Wald: Schönheit, Gesundheit, Erholung - und noch mehr, wenn man das lateinische Wort »salus« umfassend interpretiert. Denn es bedeutet nicht nur Wohlbefinden, sondern auch Glück, Sicherheit und Leben.

Kein Zweifel, dass der Wald in früheren Zeiten eine größere staatsökonomische Bedeutung hatte als heute. Indessen: auch heute noch bestimmt er die Volkswirtschaft entscheidend mit. Und so schadet es nichts, den Wald zunächst mit ganz nüchternen Augen zu betrachten - und sich vielleicht sogar die Frage zu stellen: brauchen wir ihn denn überhaupt?

Wohl doch, auch wenn wir zunächst nicht an Gesundheit und Erholung denken. Wir brauchen das Holz; es gibt keinen anderen Rohstoff, der sich so vielfältig verwenden lässt wie Holz. Jeder Bundesbürger verbraucht im Durchschnitt jährlich nicht weniger als einen Kubikmeter davon - für Bauten, Möbel und Gerätschaften, für Boote und Fässer, Fußböden, Bretter und Papier.

Für Papier brauchen wir ein volles Drittel unseres gesamten Holzbedarfs - vor allem für die Zeitungen und Zeitschriften, die bei uns erscheinen: jährlich etwa 20 Millionen Kubikmeter.

Ist das nicht unverantwortlicher Raubbau am Wald? Es könnte so aussehen, doch erstens wird ein Teil des Bedarfs durch Altpapier bestritten - ein Gegenwert von rund 7 Millionen Kubikmetern Holz. Bleiben noch rund 13 Millionen Kubikmeter, die frisch geschlagen werden müssen. Jedoch, dieses Holz muss ohnedies ausgeforstet werden.

Das hängt mit der Natur des Waldes zusammen. Man rechnet, dass beim Aufforsten auf einem Hektar Wald 4000 junge Bäumchen gepflanzt werden. Sind die Bäume voll ausgewachsen, haben auf diesem Hektar aber nur noch etwa 400 Exemplare Platz. Die überwiegende Menge der Bäume, neun Zehntel, muss während der Jahrzehnte dauernden Wachstumszeit aus dem Wald herausgenommen werden, um den stärksten Stämmen Licht und Platz zu garantieren. Dieses regelmäßige und fachmännische »Durchforsten« gehört zu den wichtigsten Arbeiten im Wald. Von diesem Durchforst-Holz lebt die Zellstoff- und Papierindustrie. Und viele unserer Wälder könnten gar nicht mehr sachgemäß durchforstet werden, wenn man nicht so viel Holz fürs Papier brauchte.

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