Der deutsche Wald kann mehr als rauschen

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Säugetiere

Kapitel in: Säugetiere

Das Reh

Rehfamilie
Eine ganze Rehfamilie: Vater Rehbock mit Mutter Ricke (der Rehgeiß) und zwei Kitzen.

Unsere einheimischen Rehe sind schlank und zierlich gebaut: Bei einer Körperlänge von fast 1,30 Meter beträgt die Schulterhöhe nur 70 Zentimeter. Dieses kleinste Großwild der Wälder und Felder Mitteleuropas erreicht auch nur ein Gewicht von 15 bis 20 Kilogramm. Da das Reh - unser am häufigsten vorkommendes Großwild - nicht nur in Wäldern lebt und im Gebirge sogar bis zu 2400 Metern hinaufgeht, fehlt es praktisch in keiner Landschaft. Rehe leben meist in kleinen Rudeln, in "Sprüngen", die nur wenige Jungtiere und Weibchen mit Jungen umfassen. Die Führung hat eine ältere Rehgeiß oder Ricke. Im Juli und August, während der Hauptbrunft, und zur Nebenbrunft im November und Dezember stoßen die sonst für sich lebenden Männchen, die Rehböcke, zu den Weibchen zur Paarung. Im darauffolgenden Mai oder Juni setzt die Ricke ein bis zwei, manchmal auch drei Rehkitze mit braunem, weißgeflecktem Fell. Rehkitze, die man im Wald allein findet, soll man nicht stören und ängstigen. Keine Sorge: sie sind nicht vom Muttertier verlassen.Reh

Die Jungen werden zunächst von der Mutter gesäugt, folgen ihr aber schon bald zum Äsen. Die Nahrung des Rehs besteht, wie beim Rotwild, hauptsächlich aus Gräsern, Kräutern, Pilzen, Waldbaumfrüchten, Laub, Rinde und Baumknospen, aber auch aus Getreide: ein Speisezettel, umfassend genug, um das Reh bei allzu großem Bestand zur Plage der Land- und Forstwirtschaft werden zu lassen. Dann muss es notgedrungen durch systematisches Bejagen dezimiert werden.

Gehör und Geruch sind die schärfsten Sinne des Rehes. Mit deren Hilfe erkennt es - genau wie das Rotwild - beizeiten jede Gefahr. Auch bei den Rehen ist der Gesichtssinn nicht schlecht, dient aber im besonderen der Orientierung beim Zusammenhalt der Artgenossen. Ihr rückwärtiges Erkennungsmerkmal, der Spiegel, ist ein großer weißer Fleck im Fell der Schwanzgegend.

Rehböcke besitzen - wie Rothirsche - ein knöchernes Geweih: Waffe bei Brunftkämpfen um die Weibchen und bei Kämpfen um die Rangordnung. Das Geweih ist sehr viel kleiner als das Hirschgeweih und besteht aus zwei Stangen, die einfach oder verzweigt sind und in Spitzen enden. Junge Rehböcke haben zunächst nur ein Knopfgeweih, im Jahr darauf spießartige Stangen. Mit zunehmendem Lebensalter schiebt der Rehbock Stangen mit je zwei, später mit drei Enden. Dabei bleibt es meistens, selten sind Achtergeweihe entwickelt. Vor der Bildung des neuen Geweihes wirft der Bock im Herbst die alten Stangen ab. Rehe können zehn bis zwölf Jahre alt werden. In Einzelfällen sind sechzehn oder siebzehn Jahre erreicht worden.

Rehkitz
Ein Rehkitz, das man im Wald allein findet, sollte man in Ruhe lassen.

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