Der deutsche Wald kann mehr als rauschen

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Insekten

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Erstaunlicher Waldhonig

Unter der Bezeichnung Waldhonig wird im Handel heutzutage oft ein Bienenhonig offeriert, der sich durch dunkel-dickflüssige Konsistenz und köstlich aromatischen Geruch auszeichnet. Bis ins 18. Jahrhundert war Honig das einzige Mittel, um Speisen zu süßen. Aber nicht nur des köstlichen Geschmacks wegen wird Honig seit jeher geschätzt, er gilt auch als Heilmittel. Nun, so schwärmerisch das Wort Waldhonig klingt, so prosaisch ist die Entstehung dieses Naturprodukts. Man muss wissen: speziell Fichten und Lärchen werden an ihren Nadeln - auch an der Rinde - von zahlreichen saftsaugenden Insekten angezapft: von Blattläusen, Rindenläusen oder sogenannten Kleinzikaden. Diese Insekten stechen die saftführenden Kanäle des Baumes an und werden anschließend, fast ohne eigenes Zutun, mit diesem Saft vollgepumpt - so lange, bis die Lösung (nach dem Passieren des Darms) ungenutzt aus dem Hinterleib der Laus wieder austritt. Diese stark zuckerhaltigen Ausscheidungen - Honigtau genannt - werden von den Honigbienen (die selbst durchaus keine Waldtiere sind und nur vom Imker in den Wald gebracht werden) begierig aufgeleckt und in ihrem komplizierten Darmsystem enzymatisch zu Honig verarbeitet. Insekten

Doch die Honigbienen sind im Naturhaushalt ja nicht wegen ihrer Produktion von Honig und Wachs interessant; ihre große Aufgabe liegt vielmehr in der Bestäubung der Blütenpflanzen. In letzter Zeit wurde eine Reihe von Vorschlägen gemacht, wie dem Rückgang der Bienenpopulation entgegenzuwirken sei - zum Beispiel indem man künstliche Nistmöglichkeiten anbietet. Die könnten dann die Bestäubung der Pflanzen besorgen. Wie es allerdings mit der Erzeugung des Waldhonigs weitergeht, muss abgewartet werden.


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