Der deutsche Wald kann mehr als rauschen

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Hunsrück - Saarland - Pfälzer Wald

Kapitel in: Hunsrück - Saarland - Pfälzer Wald

Im nördlichen Pfälzer Wald

Naturlehrstunde im Waldklassenzimmer Im nördlichen Pfälzer Wald

Malerische Bäche und Flussläufe teilen die zahllosen langgezogenen Kuppen, Bergrücken und Hochflächen in der Haardt, im Norden des Pfälzer Waldes mit seinen tiefen Forsten.

Laubwald wechselt in den ausgedehnten Waldgebieten mit Nadel-und Mischwald, in der Nähe des Oberrheingrabens immer wieder durchlockert von Kieferngruppen, Edelkastanien und Heidekrautteppichen. Das verleiht der Landschaft stellenweise einen ausgesprochen südländischen Charakter.

Einst besiedelten Eiche, Buche, Hainbuche und Birke diese Wälder. Wo der Forst wegen der weiten Anfahrt schwer zugänglich war, haben sich bis heute die natürlichen artenreichen Mischbestände erhalten. Auch die vielgestaltige Pflanzenwelt der Strauch- und Krautschicht gedeiht hier. Tiere finden Zuflucht im Unterholz. An den trockenen Süd-und Westhängen jedoch herrscht die Kiefer vor. Ihre Bestände wurden vor gut 200 Jahren in ehemaligen Laubholzgebieten gepflanzt.

Zwei Kilometer nordwestlich von Neustadt an der Weinstraße, über dem Speyerbachtal, liegt die 1635 von den Spaniern zerstörte Festung Wolfsburg. Beachtliche Reste der machtvollen Schildmauer und des Palas sind noch erhalten. Die Gaststätte ist von März bis November mittwochs, samstags und sonntags geöffnet. Vom Neustädter Strohmarkt führt ein drei Kilometer langer, ebenso steiler wie hübscher Wanderweg zur Burg. Sie kommen durch Weinberge, aber auch durch kleine Edelkastanienwälder. Die sind das besonders Sehenswerte bei diesem Spaziergang.

Südwestlich von Neustadt liegt die Kalmit (673 m), ein mit Kiefernwald bestandener Berg, die höchste Erhebung des Pfälzer Waldes. Ein Sträßchen führt hinauf; es gibt mehrere Parkplätze mit guten Wandertafeln und Wegweisern. Vom Parkplatz Kalmit, ganz oben, führt ein beschilderter Weg hinunter zum Felsenmeer: Das sind Felsen, verstreut auf einem Grat, welcher von Kiefern und Heidekraut bewachsen ist. Ein sehr schöner Platz, auch zum Rasten! Von hier führt ein drei Kilometer langer Wanderweg durch geradezu idyllischen Kiefernwald hinunter zum westlich gelegenen Totenkopf.

Im Lambrecht beginnt das Elmsteiner Tal; es zieht sich über Elmstein bis Speyerbrunn und noch ein Stückchen weiter. Eine Wanderung in dem engen, waldbestandenen Tal, durch welches der Speyerbach fließt, können Sie in jedem der kleinen Orte beginnen; auch bei den Wanderparkplätzen, von denen Sie mehrere vorfinden. Sie lernen hier die Mischwälder des nördlichen Pfälzer Waldes kennen - aber auch etliche Burgruinen. Oberhalb von Erfenstein ragt der zehn Meter hohe Bergfried der gleichnamigen Ruine in den Himmel. Die 1240 von den Grafen von Leiningen erbaute Festung wurde im 15. Jahrhundert im Krieg gegen die Kurpfalz zerstört. Gleich gegenüber stehen die Reste der 1689 zerstörten Burg Spangenberg; sie stammt aus dem 11. Jahrhundert und ist die älteste der vier Burgen im Elmsteiner Tal. Aber von ihr ist am meisten erhalten geblieben: Teile des Palas, ein Treppenturm, das Tor, die Vorburg mit dem Zwinger.

Wandern Sie in Richtung Elmstein, so erkennen Sie bald zur Rechten auf einem Bergvorsprung einen Teil der Schildmauer der Ruine Breitenstein. Ein kurzes Stück weiter erreichen Sie den Weiler Helmbach. Dort lohnt sich eine Wanderung in das südwestlich gelegene stille Helmbacher Tal. Nach gut fünf Kilometern kommen Sie zur Hornesselwiese, einem hübschen Platz mit einem Weiher. Sie finden eine Wandertafel und Wegweiser für weitere Spaziergänge - sowie ein mit Erkern verziertes Fachwerkhaus, eine Gaststätte. Hinter dem Haus äst in einem kleinen Gehege ein Rudel Hirsche.

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