Der deutsche Wald kann mehr als rauschen

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Ökologie

Kapitel in: Ökologie

Wald und Mensch - Gegner seit Urzeiten?

Die Gegnerschaft zwischen Wald und Mensch ist historisch begründet - sie begann schon in grauer Vorzeit. Ökologen fragen sich: Besteht diese Gegnerschaft denn wirklich immer noch - auch heute, am Anfang des 21. Jahrhunderts? Sind es denn immer wieder die Menschen, die - so Ernst Moritz Arndt - »so lange mitgelebt und mitzerstört haben, als es etwas zu leben und zu zerstören gab«?Ökologie

»Wenn die Menschen Deutschland verließen, so würde dieses nach 100 Jahren ganz mit Holz bewachsen seyn. Da nun letzteres niemand benutzt, so würde es die Erde düngen, und die Wälder würden nicht blos grösser, sondern auch fruchtbarer werden.« So schrieb ein deutscher Forstmann, Heinrich Cotta, vor über 200 Jahren.

Aber er schrieb auch: »Kehrten nachher die Menschen wieder zurück, und machten sie wieder eben so grosse Anforderungen ... wie gegenwärtig, so würden die Wälder bei der besten Forstwirtschaft abermals nicht blos kleiner, sondern auch unfruchtbarer werden.«

Der Mensch - der Feind des Waldes? Am Waldrand endete einst die Zivilisation. Das war schon vor 6000 Jahren so, als die ersten Bauern rodeten. Doch auch 1000 Jahre später im Wald nichts Neues: Kleine Gruppen von Menschen trauen sich in den Wald, brennen kleine »Inseln« aus und säen Wildgetreide in die Asche. Nach drei, vier Ernten ist der Boden ausgezehrt, die Gruppe zieht weiter. Und der Wald erobert sich in ein paar Jahrzehnten mühelos das Feld zurück.

Der Wald war unheimlich. Noch im Mittelalter glaubte man, dass dort schauerliche Riesen, Drachen, Hexen, böse (und auch eine Handvoll gute) Geister lebten. Wer sich verirrte im Wald, der war schlimm dran, er war so gut wie verloren. Der Wald - der Feind des Menschen?

Wasserstelle
Wasserstellen im Wald ziehen Kinder magisch an. Was gibt es dort nicht alles zu beobachten! Doch solche Tümpel sind ökologisch zu wertvoll, um als Tummelplätze für Schlammbäder und Wasserschlachten herzuhalten. Diese scheinbar kleine Wasserwelt ist für alle Geschöpfe, die hier leben, ein Kosmos: groß, vielfältig und hochkompliziert in den ökologischen Beziehungen. Zu schnell ist diese Welt gestört, oft sogar zerstört.

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