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Gefährdete Arten

Gefährdete Arten - Auerochse

Kapitel in: Gefährdete Arten

Der Auerochse

Auerochse
Der Auerochse wurde ausgerottet. Wie dieses Tier etwa aussah - davon vermittelt uns diese durch Rückzüchtung entstandene Rinderrasse einen Eindruck. Im Vordergrund stehen zwei Kälber.

In den dichten Urwäldern, die früher Mitteleuropa bedeckten, lebte ein großes Wildrind, der Auerochse oder Ur. Diese Rinderart hatte sich von Asien bis nach Europa ausgebreitet und war ein begehrtes Jagdwild. Menschen der Vorzeit in Asien und Europa versuchten aber auch mit Erfolg, Auerochsen zu fangen, zu zähmen und zum Haustier zu machen. So wurde dieses ursprünglich aus Indien stammende Wildrind zur Stammform aller heute bekannten Hausrindrassen.

Als der Vorzeitmensch zum Ackerbau überging und immer mehr Urwälder rodete, um Felder anzulegen, wurde dem Ur in Mitteleuropa der Lebensraum zu eng. Außerdem wurden die Tiere stark bejagt - und so gab es schließlich keine Auerochsen mehr. In Mitteleuropa hielten sie sich am längsten in den östlichen Randgebieten - in Polen, Litauen und Ostpreußen, wo es noch bis ins 16. Jahrhundert große, kaum besiedelte Urwaldgebiete gab. Doch weder Jagdverbote noch die Pflege in Wildgehegen konnten den Ur retten. 1627 starb die letzte Auerochsenkuh in Polen.

Über das Aussehen der Urs sind wir durch zeitgenössische Zeichnungen und Beschreibungen gut unterrichtet; auch die Höhlenzeichnungen vorzeitlicher Jäger vermitteln uns ein Bild. Danach hatten Auerochsen zwar einen massigen Vorderkörper mit mächtigem Brustkorb, aber einen schlanken Rumpf. Es waren hochbeinige Rinder mit gerader Rückenlinie und einem schlanken, langgestreckten Kopf mit großer Stirn. Sie trugen bis zu 60 Zentimeter lange, spitze, kräftige Hörner. Die Länge über Kopf und Rumpf konnte bis zu 3,10 Meter, die Körperhöhe bis zu 1,85 Meter betragen, das Gewicht bis 1000 Kilo. Diese Zahlen gelten für männliche Tiere; Weibchen erreichten nur etwa Dreiviertel der Größe und auch Dreiviertel des Gewichts.

Unter den heutigen Hausrindrassen ähneln dem Ur am meisten das Camargue-Rind und das Spanische Kampfrind. Die Zoodirektoren Heinz und Lutz Heck in München und Berlin haben vor etwa 100 Jahren versucht, aus den beiden erwähnten sowie aus anderen Hausrindrassen die ausgestorbene Rasse der Auerochsen durch Rückzüchtung wieder ins Leben zu rufen. Das ist natürlich nicht vollkommen gelungen - ausgestorben ist ausgestorben -, aber aus diesen Rückkreuzungen entstanden immerhin Rinder, die dem Typ des Auerochsen nahekommen; näher zumindest als jede andere Hausrindrasse.

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