Der deutsche Wald kann mehr als rauschen

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Sträucher

Kapitel in: Sträucher

Himbeere und Brombeere

Himbeere - Bildquelle: Ernst Klett Verlag
Himbeere

Zwei Rosengewächse, zur gleichen Gattung gehörig, also nahe verwandt. Beide bringen Früchte hervor, die wir Beeren nennen, obschon sie eigentlich gar keine Beeren sind. Vielmehr: es sind Sammelfrüchte, welche sich aus vielen kleinen, fleischigen Steinfrüchten zusammensetzen, rot die Himbeere und glänzend schwarz die Brombeere. Auch die Blüten ähneln einander: fünf Kelchblätter (die an der Frucht erhalten bleiben) und fünf weiße, bei der Brombeere oft rosafarbene Kronblätter, zahlreiche Staubgefäße und Fruchtknoten. Jeder einzelne Fruchtknoten wächst zu einem Steinfrüchtchen heran, das mit den benachbarten verwächst. Himbeeren blühen zwischen Mai und Juli, Brombeeren zwischen Mai und August. Die Blätter der Himbeere bestehen aus drei bis fünf hellgrünen, unterseits weißfilzigen Fiederblättchen. Bei der Brombeere sind es drei bis sieben tiefgrüne, unterseits grüne oder weißfilzige Fiederblättchen. Der Himbeerstrauch treibt aufrechte, leicht bereifte Stengel, die erst im zweiten Jahr blühen und danach absterben. Durch die ablegerbildenden Ausläufer können ausgedehnte Bestände entstehen. Reichlich Frucht bringt der Strauch aber nur an lichten Stellen. Dies drückt auch der Name aus: "Him" kommt von "Hinde", der Hirschkuh: denn die Beere, so sagte man einst, wächst, wo die Hinde sich aufhält - und das sind die hellen Teile der Wälder.Himbeere und Brombeere

Brombeere - Bildquelle: Ernst Klett Verlag
Brombeere

Die Brombeere (der Botaniker kennt rund hundert schwer zu unterscheidende Kleinarten) hat teils unfruchtbare Ranken, welche bogig überhängen oder mehrfach wurzelnd niederliegen, und teils aufrecht stehende Zweige, welche Blüten und Früchte tragen. Zweige und Ranken wachsen überaus schnell und bilden alsbald ein undurchdringliches Dickicht aus verholzenden, bestachelten Stengeln. Während die Himbeerstacheln zart sind, werden die Brombeerstacheln sehr kräftig.

Himbeeren und Brombeeren hat der Mensch schon in Urzeiten gesammelt, wie Samenfunde in vorgeschichtlichen Siedlungen zeigen. Die Früchte lassen sich zu Marmelade, Sirup und Kompott verarbeiten, vergoren taugen sie zur Herstellung von Schnäpsen und Likören. Die Blätter und Blüten beider Arten kann man nutzen, um einen wohlschmeckenden Tee zu bereiten.


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