Der deutsche Wald kann mehr als rauschen

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Pilze

Kapitel in: Pilze

Wohlbehütet

Wenn im Herbst Regenfälle den Boden durchfeuchten und allenthalben Pilze emporschießen, zeigt sich besonders eindrucksvoll, wie wenig wir vom pflanzlichen Leben unter der Erdoberfläche bemerken. Denn was der Laie als Pilz bezeichnet - das ist nur ein Teil des Pilzes, allerdings ein besonders hoch entwickelter: der Fruchtkörper. Mit dessen Hilfe pflanzt der Pilz sich fort.Pilze

Stockschwämmchen
Das essbare, aromatische Stockschwämmchen hat seinen Namen daher, dass es vor allem auf Baumstümpfen von Laubhölzern wächst.

Ein Teil des Pilzes, der viel umfangreicher ist als der Fruchtkörper, durchzieht, unsichtbar für den Blick, den Waldboden als feines weißliches Fadengeflecht. Dieses sogenannte Myzel (das Wort kommt aus dem Griechischen und wird "Müzeel" gesprochen) besorgt die Ernährung. Myzelien aufzuspüren, ist gar nicht so schwierig: man muss nur in unmittelbarer Umgebung des sichtbaren Pilzes die verdichteten Laubschichten vom Boden nehmen oder die Borke eines alten Astes abheben. Für die Fortpflanzung bildet ein Pilz riesige Mengen von Sporen. Obschon diese Sporen nur wenige Tausendstelmillimeter groß sind, kann man sie, da sie in Mengen erzeugt werden, in ihrer Gesamtheit gut sehen - höchst faszinierend zum Beispiel, wenn man auf einen alten Bovist tritt: dann quellen aus dessen geplatzter Hülle ganze Staubwolken von Sporen. Man sieht sie auch auf den Lamellen oder an den Röhren unterhalb des Pilzhutes, dort, wo die Sporen entstehen. Sie bringen die Verfärbung der Lamellen und Röhren hervor. So wechselt beim Steinpilz allmählich die Farbe der Röhrenschicht. Wenn die Sporen reifen, von weiß zu gelbgrün, und die Hutunterseite des Champignons wird rosa bis violettschwarz. Dagegen verfärben die Lamellen des Fliegenpilzes sich nicht: seine Sporen sind ungefärbt.

Unglaublich beinah, wieviel Sporen ein einziger Fruchtkörper hervorzubringen vermag! Ein Champignon etwa produziert rund zwei Milliarden dieser Keimkörper. Jede Stunde wirft er vierzig Millionen davon ab. Im Innern eines größeren Riesenbovists entstehen sogar zehn Billionen Sporen: aneinandergereiht ergäben sie, trotz ihrer geringen Größe von nur fünf Tausendstelmillimetern eine Kette rings um den Erdball.

Die Sporen eines Hutpilzes, die gewöhnlich vom Wind verbreitet werden, kann man mit Hilfe eines einfachen Experimentes auffangen: Man kappt den Hut vom Stiel und legt ihn mit der Unterseite auf ein Stück Papier. Wenn man nach ein paar Stunden den Hut wieder hebt, bleibt auf dem Papier ein sogenanntes Sporenfallpräparat zurück, das die Form der Lamellen oder Röhren genau nachzeichnet.

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